Peelings und Schälkuren

Peelings spielen eine durchaus hilfreiche Rolle bei der Erneuerung unserer Oberhautzellen, doch ist Peeling nicht gleich Peeling. Zuallererst gilt es, die einzelnen Peelingformen zu unterscheiden, zum einen wegen ihrer Art und Häufigkeit der Anwendung, zum anderen bezüglich Ihres Hauttyps. Verwendet man manches Präparat nur in der Kabine als Kur oder gar Einmalanwendung, dürfen andere Produkte zu Hause angewendet werden - allerdings in Maßen versteht sich!

Zu allererst: Ein Peelingpräparat - egal welches - dient NICHT der Hautreinigung. Reinigung und Peeling sind zwei UNTERSCHIEDLICHE Behandlungsschritte. Gepeelt wird nur auf zuvor abgeschminkter und gereinigter Haut. Ein Peeling ist eine Intensivreinigung und soll die abgestorbenen Hautschüppchen entfernen, Überverhornungen lösen und das Wachstum der Epidermiszellen anregen, was uns glatte, pickelfreie Haut und einen rosigen Teint beschert. Make-Up, Schmutz, Talg und Mikroorganismen hindern das Peeling-Präparat daran, seine Wirkung zu entfalten. Zudem kann es zu Entzündungen der Haut kommen. Welche Präparate gibt es nun?

 

Mechanisches Peeling: Ein mechanisches Peeling oder auch Abrasivum genannt ist nichts anderes als ein Rubbelpeeling, also eine Emulsion, welche zusätzlich feine Schleifkörper enthält, die entweder natürlichen (z.B. Kleie, Kerne) oder aber synthetischen (Plastikkügelchen) Ursprungs sind. Ein solches Präparat wird stets sanft und OHNE DRUCK in kreisenden Bewegungen angewendet! Dass das Peeling sonst nicht wirkt, ist ein Irrglaube. Druck verursacht Mikroverletzungen der Haut und zerstört deren Barriere. Gerade an empfindlichen Stellen wie Dekolleté, Hals oder Wangen sieht man schnell Rötungen. Im Kosmetikinstitut wird die Reibung durch apparative Verfahren (Bürste, Schleifstein) beschleunigt und intesiviert. Ein solches Granulatpeeling wird je nach Hauttyp maximal einmal pro Woche angewendet. Übermäßiges Peelen führt zum Gegenteil, nämlich zu Überverhornung der Haut und einem gestörten Säureschutzmantel.

 

Adsorptive Reinigungsmaske: Eine sehr schonende Art der Intensivreinigung ist eine adsorptive (bindende) Reinigungsmaske mit Aluminiumsilikaten wie z.B. Kaolin oder Bentonit, die nach Antrocknung einfach abgewaschen wird. Überschüssiger Talg, Schmutz, abgestorbene Hautschüppchen werden von den Silikaten auf der Hautoberfläche gebunden und einfach mitentfernt. Durch die mikrofeinen Körnchen entsteht zudem beim Entfernen eine sehr sanfte Reibung.

 

Biologisches Peeling: Biologische Peelingverfahren basieren auf der Wirkung von Enzymen. Diese sind meist pflanzlicher (z.B. Papain) oder tierischer (z.B. Pankreatin) Herkunft, neuere Formulierungen enthalten auch Enzyme, die aus Mikroorganismen gewonnen und biotechnologisch veredelt werden (z.B. Subtilisin). Auf dieselbe Weise wirken auch Kräuterschälkuren, die zusätzlich zu den Enzymen noch einen ausgewählten Kräuter-Wirkstoffkomplex beinhalten. Kräuterschälkuren sind jedoch weitaus intensiver in ihrer Wirkweise und dürfen nur vom Profi im Institut angewandt werden, während leichte Enzympeelings gerade bei empfindlicher oder schlaffer Haut auch zu Hause verwendet werden dürfen. Die Häufigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Am besten lassen Sie sich von Ihrer Fach-Kosmetikerin beraten. Jedenfalls nicht öfter als einmal pro Woche!

 

Chemisches Peeling: Zu diesen zählen die sog. Fruchtsäurepeelings. Diese stehen in dem Ruf, sehr aggressiv und hautschädigend zu sein, können jedoch auch ganz sanft wirken. Trotzdem sollte man sie nie als Langzeitbehandlung sehen, sondern nur gezielt und als Kur einsetzen, und vor allem nicht zu Hause in Eigenregie anwenden. Als Fruchtsäuren bezeichnet man die in Obst vorkommenden organischen Hydroxycarbon- und Dicarbonsäuren. Viele Fruchtsäuren sind Alpha-Hydroxycarbonsäuren (AHAs = Alpha Hydroxy Acids). Des Weiteren gibt es BHAs, LHAs und ganz neu die PHAs. Alle haben ihre Vor- und Nachteile je nach Hauttyp und Anwendungsgebiet. Wichtig beim Fruchtsäurepeeling ist nicht nur der Fruchtsäuregehalt, sondern v.a. auch der pH-Wert des Peelings! Die Dauer einer Fruchtsäurebehandlung sollte je nach Dicke und Verhornung der Haut zwischen 5 und 15 Minuten liegen, keinesfalls länger, da es sonst zu Hautschäden kommen kann! Fruchtsäuren haben neben ihrer hornhautlösenden Wirkung den Vorteil, dass sie Feuchtigkeit binden, daher sind sie in geringer Dosierung sogar in Cremes für unreine Haut enthalten.