Sonnenschutz, Vitamin D, bräunen und Hautschäden

Sonnenschutz ist ein absolutes Muss zum Schutz vor Hautkrebs! Es gibt KEINEN, ich wiederhole KEINEN Grund, sich ungeschützt der Sonne auszusetzen! Punkt! Aus! Sonnenschäden sind IRREPARABEL und können höchsten noch optisch minimiert werden. Vitamin-D-Synthese, Winterblues und sexy Hollywoodbräune sind keine Ausrede.

Fakt ist: An Pigmentstörungen, Altersflecken, tiefen Falten und Furchen, ledriger Elephantenhaut, übermäßiger Verhornung, Haarausfall, Knitterfältchen, Sonnenbrand, Couperose, Bindehautentzündung, Krähenfüße und nicht zuletzt Hautkrebs (um nur einige wenige zu nennen) ist nicht das Alter, sondern die Sonne schuld. UV-Strahlen sind kumulativ, d.h. deren Auswirkungen sieht man meist später erst. Bei nur 15 Minuten täglich in der prahlen Sonne entstehen bereits dartige Schäden, daher achten Sie jeden Tag auf Schutz in Form von mindestens LSF 30 in der Tagespflege (im Urlaub LSF 50!), Sonnenbrille, Sonnenhut und entsprechender Kleidung und gehen Sie lieber auf der schattigen Seite der Straße. Besonders bei Babys und Kleinkindern ist darauf zu achten, da ihre Haut sehr dünn und empfindlich, der Eigenschutz noch schlecht ausgeprägt ist und Folgeschäden in diesem Stadium besonders schwerwiegend sind. Sonnenbrände im Kindealter erhöhen stark das Hautkrebsrisiko im Alter. SONNENSCHUTZ RETTET LEBEN!

 

Im Folgenden möchte ich ein paar Mythen auf den Grund gehen:

 

Vitamin-D-Synthese: Ein oft genannter Grund für übermäßige Sonnenexposition ist die Vitamin-D-Synthese. Hierbei handelt es sich schlichtweg um einen Mythos! Zwar wird ein wenig Vitamin-D beim Sonnetanken aufgenommen, aber wer wirklich an einem Mangel leidet, kann durch bloßes "Bruzeln" in der Sonne niemals seinen Speicher wiederauffüllen. Lassen Sie zuallererst einmal testen, ob Sie wirklich an einem Mangel leiden. Falls ja, nehmen Sie lieber ein Nahrungsergänzungsmittel. Das ist wesentlich  gesünder und günstiger, als die Folgeschäden zu behandeln.

 

Winterblues: Wer am Winterblues leidet, sollte sich eine Alternative zum Solarium suchen. Letzteres ist seit geraumer Zeit nicht umsonst erst ab 18 zulässig, da seine Auswirkungen denen der Sonne in nichts nachstehen. Seien Sie kreativ und suchen Sie sich irgendein Hobby (Skifahren, Langlauf, Joggen...), das Sie trotz der Kälte nach draußen treibt. Allein die frische Luft vertreibt die Müdigkeit in Null Komma nix. Wer es lieber wohlig warm mag, geht in die Sauna oder gönnt sich eine Aromaölmassage mit sommerlichem Duft. Sie sehen, es gibt eine ganze Reihe natürlicher und gesünderer Antidepressiva!

 

Hollywoodbräune: Diese kann man heutzutage wirklich auf wesentlich gesündere Art und Weise erlangen, nämlich in Form von Selbstbräunern (Spray, Creme, Mousse, Lotion, Gel), schimmernden Bodylotions oder in trendigen Tanning-Studios, wo man eine Bräunungsdusche erhält. Wichtig: Vorher gut peelen, nachher gründlich Hände waschen!

 

Sunblocker: Dieser Ausdruck ist irreführend und daher seit einiger Zeit nicht mehr zulässig in Deutschland, da er suggeriert, dass nach dem Auftragen des Sonnenschutzprodukts die Sonne keinerlei negative Auswirkungen mehr auf die Haut hätte. Das ist schlichtweg falsch! Der höchste zulässige Sonnenschutz in Deutschland beträgt LSF 50.

 

Lichtschutzfaktor (LSF): Mir stellen sich jedesmal die Nackenhaare auf, wenn ich höre, dass man bei einem hohen LSF nicht ordentlich braun wird! Liebe Leute! LSF 50 wirkt nicht besser oder intensiver, geschweige denn als Sunblocker, er hält nur länger an und schützt insofern "besser"! Der sogenannte LSF verlängert also nur die Eigenschutzzeit der Haut, d.h. wenn ich beispielsweise nach 10 Minuten rot werde, halte ich bei LSF 30 also 30 x 10 Minuten aus, bis ich wieder nachcremen muss. Nun ist es doch viel einfacher, 50 x 10 Minuten zu warten mit dem lästigen Nachcremen. Also nehmt doch bitte gleich LSF 50! Weiterhin ist ein LSF immer relativ, da die Personen, an denen ein Sonnenschutzprodukt getestet wird, ja sehr helle Haut (schlechter Eigenschutz) bis hin zu sehr dunkler Haut (guter Eigenschutz) haben. Wie bei allen Studien oder Tests wird ein Durchschnittswert errechnet, d.h. bei sehr heller, sonnenempfindlicher Haut können wir davon ausgehen, dass ein LSF 30 vieleicht nur wie ein LSF 20 oder gar 15 wirkt. Also vorsicht bei Porzellanhaut!

Das BfS ordnet Sonnenschutzmittel grundsätzlich in vier Stufen ein:

  • Leichter Schutz: LSF 6 bis 10
  • Mittlerer Schutz: LSF 15 bis 25
  • Hoher Schutz: LSF 30 bis 50
  • Sehr hoher Schutz: LSF mehr als 50

 

Nachcremen: Nachcremen ist sehr wichtig, denn der LSF läuft, wie gerade beschrieben, nach einer gewissen Zeit - je nach Eigenschutzzeit - ab und muss dann wieder erneuert werden. Man kann jedoch einen bereits aufgebauten LSF nicht verlängern, verdoppeln, o.ä. Durch Nachcremen kann der LSF höchstens nach dem Baden wiederaufgefrischt werden. Das bedeutet im Klartext: Ist bereits in Ihrer Tagespflege ein niedriger LSF 10 enthalten, braucht man nicht unmittelbar danach einen Sonnenschutz mit LSF 50 auftragen, denn LSF 10 war zuerst in Ihrer Haut und entfaltet dort seine Wirkung. LSF 50 bleibt völlig wirkungslos! Erst wenn LSF 10 sozusagen abgelaufen ist, kann man mit LSF 50 wieder neu aufbauen. Fazit: Verwenden Sie eine Tagescreme mit einem mittleren LSF und im Urlaub oder an sehr heißen Tagen anstatt Ihrer Tagespflege nur Sonnencreme mit LSF 50.

 

Lichtschutzfilter: Chemisch oder physikalisch - das ist hier die Frage. An sich plädiere ich für physikalische Filter, die aus Mineralien wie Zinkoxid, Titaniumdioxid oder Eisenoxid bestehen, da diese Mineralien die UV-Strahlen gar nicht erst in die Haut eindringen lassen, sondern vorher reflektieren und zerstreuen. Zudem besitzen die Mineralien hautpflegende und -regenerierende Eigenschaften. Ein Nachteil ist jedoch, dass physikalische Filter einen weißen Film auf der Haut hinterlassen. Das liegt daran, dass die Mineralpartikel groß genug sein müssen, um NICHT in die Haut einzudringen und somit die Reflektion ermöglichen zu können. Dringen die Partikel ein, d.h. ist die Sonnencreme nicht weiß, sondern klar, handelt es sich um Nanopartikel, die als bedenklich eingestuft werden. Chemische Filter hingegen absorbieren UV-Licht und wandeln es in der Haut in unschädliche Strahlung um mit anderen Wellenlängen. Da sie einige Zeit brauchen, um zu wirken, sollten sie 30 Minuten vorher aufgetragen werden. Wer zu Allergieen neigt, sollte lieber einen physikalischen Filter verwenden. Vorsicht! Auf manchen Sonnenschutzmitteln liest man Lügen wie:

  • "100-prozentiger Schutz vor UV-Strahlen"
  • "Sun-Blocker"
  • "völliger Schutz"
  • "Schutz für den ganzen Tag"

UV-Strahlen: Achten Sie beim Sonnenschutz darauf, egal ob Creme oder Brille, dass Ihr Filter sowohl gegen UV-B-Strahlen also auch gegen UV-A-Strahlen wirkt!

 

Schatten: Leider herrscht der Irrglaube, dass im Schatten keine Sonne hingelangt und sie dort sicher vor Schäden sind genauso wie im Auto oder am Schreibtisch vor dem Fenster. Frage: Können Sie noch irgendetwas sehen unter Ihrem Sonnenschirm, im Auto oder im Büro? Dann sind dort auch schädliche UV-Strahlen!

 

Kleidung: Kleidung schützt, aber "transparente", dünne Textilien lassen ebenfalls UV-Strahlen hindurch, daher cremen Sie überall, auch unter ihrem T-Shirt oder Bikini, wo Sie meinen, dort käme keine Sonne hin. Für Kleinkinder gibt es übrigens extra UV-Klamotten!

 

Haltbarkeit: Sie wollen zum Strand und finden in Ihrer Tasche die angebrochene Sonnencreme vom Vorjahr? Bitte sofort wegwerfen! Mal abgesehen davon, dass sie höchstwahrscheinlich sowieso abgelaufen ist und sich feuchtfröhlich ein paar Millionen Mikroorganismen angesiedelt haben, erfüllt sie nicht mehr die sicherheitstechnische Anforderungen. Der LSF hat sich nämlich nach einem Jahr deutlich dezimiert! Brauchen Sie Ihre Sonnencreme also lieber auf und kaufen am Ende der Saison eine kleinere Tube.

 

Winter: Auch in der kalten Jahreszeit kann Schutz angesagt sein. Outdoor-Sportler wie Skifahrer oder Wanderer sollten gerade in den höheren Lagen auf ausreichend Schutz achten!

 

Ohren, Lippen, Scheitel, Augen, Haare, Füße, Zehen, Hände, Nacken, Achseln: Die werden gerne vergessen und brauchen genauso eine Portion Sonnenschutz! Für die Haare gibt es mineralische Sprays, die UV-Strahlen reflektieren und Ihre Haarpracht außerdem pflegen. Sonnenstrahlen sind im Übrigen wesentlich schädlicher als eine Blondierung! Beim Kopf gilt: Stylischen Sonnenhut aufsetzen, Seidenschal à la Grace Kelly rumwickeln oder wenigstens Scheitel eincremen. Und bitte: Setzen Sie eine Sonnenbrille auf! Sie glauben nicht, bei wievielen Menschen jährlich Augenkrebs diagnostiziert wird! Außerdem vermeiden Sie so Krähenfüße, Zornesfalte und Stirnfalten bedingt durch permanentes Zukneifen Ihrer Augen. Selbiges gilt für Lippen: Auch für diese gibt es extra UV-Schutz, der das Austrocknen der Lippen verhindert. Bösartige Wucherungen an den Lippen sind keine Seltenheit!

 

Medikamente: Vorsicht! Einige Medikamente wie Kortikoide, Antibiotika, Vitamin-A-Derivate machen die Haut dünner und extrem lichtempfindlich! Erkundigen Sie sich bei Bedarf bei Ihrem Apotheker und nehmen Sie nur LSF 50! In jedem Falle gilt: Sonne meiden, Schatten suchen!

 

Hautscreening: Gehen Sie jährlich zum Hautscreening und lassen Sie Muttermale, Leberflecke & Co. untersuchen sowie dokumentieren. Ein guter Dermatologe fotografiert alle Auffälligkeiten und überprüft sie so jährlich auf Veränderungen. Mit bloßem Auge sind Melanome nicht immer erkennbar, daher braucht es bestimmter Gerätschaften sowie einen geschulten Blick. Verlassen Sie sich also nicht auf Ihre Vermutung, sondern gehen Sie zum Facharzt. Dunkle Haut oder wenig Pigmentveränderungen sind im Übrigen keine Garantie! Das Hautscreening dauert oft nur ein paar Minuten und wird in der Regel von Ihrer Krankenkasse übernommen! Also verschwenden Sie bloß keine Zeit! Jeder Tag zählt und kann Ihr Leben retten! Sehen Sie hierzu den Videoclip:

Nu Skin 180°